Das Ausgangsprodukt von Wollwalk ist ein gestrickter Stoff, der durch das Walken so behandelt wird, dass er verfilzt und dadurch besonders dicht wird. Die Herausforderung besteht darin, das feine Garn richtig zu verarbeiten. Daran ist schon manche Wollidee gescheitert. Doch bei Marc Cain hat man Erfahrung mit dem sensiblen Material.
„Wir produzieren den Wollwalk schon seit mehr als 20 Jahren. Wir waren damals die erste Firma, die Walk modisch interpretiert hat. Über die Jahre stieg die Nachfrage, und wir kamen mit unseren Maschinen nicht hinterher.“
Petra Riehle, Senior Designerin bei Marc Cain Collections
Doch das spezielle Wollgarn herzustellen ist nur der erste Schritt auf der langen Reise hin zum fertigen Kostüm. Denn die fertig gestrickte Meterware muss anschließend fachgerecht ausgerüstet werden. Dabei entscheiden Zeit, Temperatur und die richtige Wassermenge über den Erfolg. „Das Verfahren ist höchste Handwerkskunst und erfordert sehr viel Erfahrung“, so Riehle. Umso glücklicher sei man, eine Firma in der Region gefunden zu haben, die das für Marc Cain erledigt. Der Ausrüster verarbeitet in riesigen Spezialmaschinen jeweils ca. 40 Meter lange Stoffbahnen, die mehrmals gewaschen und mechanisch behandelt werden. Dadurch brechen die Oberflächenstrukturen der einzelnen Fasern auf, sodass sie sich miteinander verhaken können. Erst durch dieses Verfahren entsteht der gewalkte, voluminöse Wollstoff. „Frisch aus der Maschine sieht er immer noch nicht so aus wie am fertigen Teil“, sagt Riehle. Das Material wird nun glatt gezogen, getrocknet und abschließend gepresst. Zurück in Bodelshausen werden die Stoffballen so vorbereitet, dass Experten sie zu hochwertigen Kleidungsstücken veredeln können. „Es ist ein langwieriger Prozess, aber er lohnt sich! Denn Wollwalk ist kuschelig weich und lässig zugleich“, schwärmt Petra Riehle.
CREDTIS
Fotografie: Andra, Produktion & Styling: Judith Gerstbrein, Hair & Make-up: Linda Sigg/4Artists Management, Styling- & Produktionsassistenz: Ineska Barić, Fotoassistenz: Len Marochow, Model: Darina Kravchenko/Core Management